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Turnverein 1890 Mengede e.V.

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Bustour 2018

 

Billerbeck mit seinen umliegenden Baumbergen war als Ziel der 2018er Bustour der TVM-Senioren angekündigt worden. Als ein Teilnehmer schilderte, wie die Anstiege bis zu 130 Höhenmetern über die Ebenen der Westfälischen Bucht sich für Radausflügler als eine gehörige Herausforderung erwiesen, mochte dies keiner der Mitreisenden bezweifeln. Wie ein Kontrast dazu die Sicht durch die Fenster eines bequemen und klimatisierten Reisebusses: Lediglich sanfte Hüge, über die sich die charakteristische Parklandschaft des Münsterlandes um die Kleinstadt mit ihrem imposanten Dom ausbreitet.

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Anders, als bei den Tagesfahrten der Vorjahre, wo sein Vorschlag sich im Wesentlichen auf die Anregung, die Beförderung und den Eintritt beschränkte, hatte der Beirat für den 4. Juli 2018 ein umfangreiches Tagesprogramm ausgearbeitet - bis hin zur Hauptmahlzeit des Tages.


 

Bei einem Rundgang durch die Domstadt übermittelten Reiseleiterin Biggi und Stadtführerin Steffi der insgesamt 60köpfigen, hier aber zweigeteilten Gruppe anschaulich eine Menge Wissenswertes über die knapp 12.000 Einwohner zählende Gemeinde.

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 Deren erste Erwähnung geht auf das Jahr 809 zurück, als der heilige Liudger, 805 von Karl dem Großen zum ersten Bischof von Münster ernannt, dort starb, wo heute der St. Ludgerus-Dom steht.

 

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 Die Damen verschwiegen aber auch nicht, dass das als neugotische Basilika erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Gotteshaus mit seinen fast 100 Meter hohen Türmen, da weder Kathedrale noch Bischofssitz, im eigentlichen Sinn kein Dom ist. Offensichtlich hatte sich hier seine imposante Erscheinung für die Bezeichnung durchgesetzt.

 

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Auch sonst hatten die gut einstündigen Runden viel von den Reizen einer westfälischen Ansiedlung zu bieten.

 

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So etwa die Kirchplatzbebauung mit niedlichen Fachwerkhäuschen, die aus ehemaligen Speichern im 15. und 16. JH im Umkreis der St. Johannis-Kirche entstanden.

 

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Ein Zwischenstopp unterbrach die Erkundung für eine willkommene, typisch regionale Stärkung: Zu herzhaftem Gebäck, u. a. mit Pumpernickel, wurde Schnaps, nämlich Münsterländer Korn, auf einem Löffel gereicht, was etliche unserer Mitreisenden allerdings auf das ebenfalls gebotene Wasser ausweichen ließ.

 

 

 

 

Nach kurzer Busfahrt, nicht ohne vorher -wie nach jedem Einsteigen- die Vollzähligkeit der Gruppe zu kontrollieren, wurde das Areal der Abtei Gerleve erreicht. Eineinhalb Stunden Aufenthalt, ein jeder nach seiner Fasson, war hier das Programm. Da waren die Liebhaber für ein wenig eigene Bewegung, die sich durch Wiesen und Felder zu einem gut viertelstündigen Fußweg zum Aussichtspunkt Ludgerirast aufmachten.

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Andere nutzten das herrliche Hochsommerwetter zum Verweilen und Plausch im Parkgelände.

 

 

 

 

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Besinnlichkeit bot die vom Architekten Wilhelm Rincklake gebaute Klosterkirche. Wer dort gegen 12:00 Uhr weilt, hätte Gelegenheit zu einem Einblick in einen Bestandteil des Klosterlebens der zurzeit 38 Benediktiner hier, hatte Biggi uns aufgeklärt. Die versammeln sich dann zum Offizium. Sinn des Stundengebets ist es, einzelne Tageszeiten mit ihrer Besonderheit vor Gott zu bringen und zugleich das Gebet der Kirche rund um die Erde nicht abreißen zu lassen: „Betet ohne Unterlass“.

 Nicht wenige organisierten für sich auch eine Kombination der angebotenen Optionen.

Rincklake, der Architekt, der während seiner Schaffenszeit von 1880 bis 1927 eine beeindruckende Zahl von überwiegend kirchlichen Gebäuden plante, darunter herausragend auch den zuvor besuchten Ludgerusdom, war selbst Benediktiner. Er war in der Abtei Maria Laach „zuhause“, als er die Klosteranlage Gerleve 1901 in Angriff nahm, wusste unsere Reiseleiterin uns mitzugeben.

 

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Zeit für die Mittagsrast. Mit einer Wahl aus drei Menüvorschlägen hatten sich die Mitglieder der Fahrgemeinschaft gleich nach der Abfahrt in Mengede befasst, um das Hotel Restaurant Weissenburg, etwas oberhalb von Billerbeck gelegen, per „Fernsteuerung“ auf 60 hungrige Gäste vorzubereiten. Und in der Tat, Service und Küche erwiesen sich vorbildlich dem Ansturm gewachsen und boten in angenehmer Atmosphäre die gewünschten Speisen. Ausnahmslos positiv war denn auch das Urteil unserer Leute über die Mahlzeit.

 

Planmäßig ging es dann ins benachbarte Havixbeck zur Burg Hülshoff, einer typisch münsterländischen Wasserburg. Die Burg war von Anfang des 15. bis in dieses JH (!) Stammsitz der Freiherren Droste zu Hülshoff und ist das Geburts- und Elternhaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (*1797).

 

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Im Haupthaus existiert ein kleines Museum mit sehenswerten Einblicken in das Leben der Burgherren und -damen. Da mag sich die Frage stellen, wie in den natürlich beengten Räumen unsere große Gruppe den umfangreichen Ausführungen der Führung folgen konnte.

 

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Die Lösung, einfach aber intelligent: Ein Informationssystem mit einem handlichen Wiedergabegerät bot jedem Einzelnen genau die Informationen, die ein jeder individuell für sich aus dem Wissensschatz über die Burganlage aussuchen konnte. Es blieb aber auch Zeit für den Bedarf an Muße in der weitläufigen Parkanlage und/oder dem Genuss von kalten und warmen Getränken und Gebäck im Hof des Schlosscafés.

 

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Wegen eines Unwohlseins war für eine Teilnehmerin der Tour vorsichtshalber die Abklärung in einem Krankenhaus geboten, begleitet durch ihren Partner, angeordnet und in Bewegung gesetzt durch einen herbeigerufenen RTW *) und seine Besatzung. Seitens des Beirats hielten wir Kontakt und konnten uns am Nachmittag dann über die Entwarnung freuen. Happy End: Wer wurde schon einmal nach der Entlassung aus dem Krankenhaus von einem Reisebus und 58 applaudierenden Fahrgästen abgeholt? Bei dieser Begebenheit wurden die Vorzüge einer funktionierenden Gemeinschaft gegenüber einem rein wirtschaftlich ausgerichteten (Reise-) Veranstalter durchaus deutlich.

*)die Teilnehmer der TV Miteinander-Veranstaltung bei der Dortmunder Feuerwehr wissen, was gemeint ist -nachzulesen hier auf der Homepage

 

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Die resultierende Änderung der Route blieb nicht ohne Einfluss auf den restlichen Tourplan, welcher ja vor Buchung der Ausflugsfahrt jedem Teilnehmer detailliert vorgelegen hatte. So endete der Münsterland-Tag nicht wie vorgesehen in Havixbeck, sondern in Nottuln, wo wir nach kurzem Rundgang der Kirche St. Martinus einen Besuch abstatteten.

Als Fazit dürfen wir feststellen: Die kleine Bildungsreise ins nahe Münsterland hat ihren Anspruch erfüllt. Sie forderte die Teilnehmer in mentaler und körperlicher Hinsicht. Stand am Morgen noch die Frage im Raum, ob man rechtzeitig für den Vortrag im Heimatverein zurück sei, hat sich diese Frage dann wohl wegen Erschöpfung des Aufnahmevermögens erledigt.

Gut so, und auf Wiedersehen beim nächsten Mal.

Mehr Bilder zur Tour unter diesem Link: https://www.magentacloud.de/share/0zrfxusfwm
Das Passwort dazu: TVM_Billerbeck

Burckhard Bussmann