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Turnverein 1890 Mengede e.V.

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Bustour 2019

 

Die vom Seniorenbeirat veranstaltete Bustour entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Programmschwerpunkt für die älteren Vereinsmitglieder. Teilnehmer aber auch aus jüngeren Jahrgängen, sowie interessierte Freunde und Verwandte von außerhalb des TVM führten zuletzt zu bunt gemischten Fahrgemeinschaften, die bisweilen auch die Kapazität eines (1) Busses überstiegen. Nach Veröffentlichung des 2019-Angebotes war innerhalb von 9 Tagen der 50er Bus ausgebucht, sodass umgehend die Entscheidung fiel, am Tag darauf die Fahrt zu wiederholen. Der folgende Bericht fasst die Eindrücke und Erinnerungen beider Tage zusammen. Das gilt auch für die Wahl der Fotos.

 

TVM entlang des Hellwegs ins westfälische Hanseviertel

 

Start mit dem Reisebus am Mengeder Bahnhof um halb neun. Das Ziel des Vormittags für 85 Vereinsmitglieder des TV Mengede und deren Gäste sollte Soest sein mit seiner weit über 1000-jährigen Geschichte.

190903 Soest 110 HM Rundgang

Vom letzten Krieg im historischen Stadtkern zwar schwer getroffen, hat der Wiederaufbau die alten Strukturen weitgehend nachgebildet. Insofern nicht nur viel zu eng für modernen Straßenverkehr, selbst größere Fußgänger-Gruppen überfordern die engen Gassen.

 

 

190903 Soest 111 HM Rundgang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um diesen prächtigen Bereich mit seiner Fülle mittelalterlich anmutender kirchlicher und profaner Prachtbauten, aber auch niedlicher Bürgerhäuser zu erfassen, bedurfte es mehrerer Teilungen der großen Besucherzahlen: Zunächst auf zwei Tage und so fuhr unser Bus sowohl am Dienstag d. 03. September, als auch am folgenden Tag (selbstverständlich mit ausgewechselter Besatzung).

190903 Soest 111 Rundgang1

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Die äußeren Stadtwälle -ehedem mit 10 (!) Türmen bestückt- wurden zunächst gemeinsam mit fachkundiger Begleitung mit dem Bus umfahren, bevor sich wiederum aufgeteilt getrennte Fußgruppen mit StadtführerInnen zur Erkundigungstour aufmachten. Was die von Tourist Information Soest vermittelten Michaela Dreses, Anita Strunk, und Paul-Gerhard Ludwig währenddessen alles an Informationen auf die Reisenden einströmen ließen, würde diesen Bericht natürlich sprengen.

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Darum nur so viel: Die Geschichte der alten Hansestadt wartet mit herausragenden Blütezeiten im 12. und 19. Jahrhundert auf, als man etwa der Bevölkerungszahl nach ebenbürtig mit Köln, bzw. größer als Dortmund war. Solequellen in der Nachbarschaft, Erzfunde und die Lage am Kreuzungspunkt bedeutender Handelswege -der weiteste bis Nowgorod- wurden als deren Fundamente benannt.

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190903 Soest 114 Rundgang

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Soester Wippe: Die plattdeutsche Inschrift auf der Tafel heißt etwa: "Wer sich an Geld und Gut vergreift, wird in den großen Teich gewippt". Wer sich an der lateinischen Inschrift versuchen möchte, melde sich gern beim Verfasser (Adresse am Ende des Artikels).

Keinesfalls unerwähnt bleiben darf auch die Bedeutung des alten Soester Stadtrechts. Als erstes nachweislich aufgezeichnetes im deutschen Raum ist es überliefert in Form der alten und neuen, also zweier Kuhhäute (es ging demnach alles „nicht auf die (eine) Kuhhaut“). Die Verbindungen Soests innerhalb der Hanse sorgten für besonders regen Austausch mit den Ostsee-Partnerstädten. Zurückzuführen ist es wohl auf das dort besonders begehrte Salz. Das brachte die Ausstrahlung des Soester Stadtrechts weithin in den Ostseeraum mit sich.

190903 Soest 209 Sudhaus

An Dönekes durfte es natürlich auch nicht fehlen: So soll der Stadtname vom Ausspruch eines hohen Herren herrühren, der die zurückhaltende Gefolgschaft an der Tafel ermunterte mit: „So esst“.

 

 

Eine neuzeitliche Soester Spezialität ist sein Bier, auch Zwiebelbier genannt, seit es ab 1993 im Brauhaus Zwiebel gebraut wird. Hier sind vor allem Soester Hell, Dunkel und Weizen sowie der zur Adventszeit eingebraute Soester Weihnachtsbock zu nennen.

 

190903 Soest 211 Sudhaus

 

Sich deren Herstellung einmal in der Praxis anzusehen, dazu reichte die mentale Aufnahmekapazität bei den meisten Mitfahrern gerade eben noch, zumal frau und man dabei ihre inzwischen müden Beine unter den derben Tischen im Sudhaus wohlig ausstrecken durften.

 

 

 

 

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 DerJuniorchef der urigen Gasthäuser „Zwiebel“ und „Aloisius“, Jens Wieners, führte persönlich in die Künste des Brauens ein, während Proben davon ausgeschenkt wurden. Diese förderten mit der Zeit zunehmend Lebhaftigkeit und Lautstärkepegel der Gäste. Nachvollziehbar, dass gleichzeitig die nicht unerheblichen Geräusche des Braubetriebes immer weniger als störend empfunden wurden (kaum zu sagen, was den Vortrag des Braumeisters mehr behinderte).

190903 Soest 310 Alo

Halb eins, höchste Zeit aber auch, sich dem Mittagessen gleich um die Ecke zuzuwenden. Schon auf der Hinfahrt kurz hinter Mengede hatte jede(r) im Bus für sich schon die persönliche Auswahl aus sieben Angebo-ten getroffen, bei denen solide Haus-mannskost im Vor-dergrund stand.

 Und da das Ergebnis gleich telefonisch weitergereicht worden war, konnte der Service bald nach Einnahme der Plätze im alten, rustikalen Gasthaus Aloisius beginnen.

190903 Soest 310 Aöo

190903 Soest 320 Alo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gewählte erwies sich ausnahmslos als frisch zubereitete schmackhafte Grundlage für das, was noch kommen sollte. Müßig zu erwähnen, dass dabei die Unterhaltung unter den Mitfahren reichlich Raum fand und genutzt wurde.

Kurz vor zwei dann Aufbruch in den Nachmittag, der dem Möhnesee galt. Es brauchte nur 20 Minuten mit dem Bus um dessen Staumauer zu erreichen.

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Das eindrucksvolle Bauwerk, innerhalb von nur 4 Jahren Bauzeit 1912 zu seiner Höhe von 40 Metern gewachsen, ist Teil unserer Trinkwasserversorgung, Hochwasserschutz für das Ruhrtal und Naherholung zugleich.

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Die Mauerkrone, ein besser passender Ort für einen kleinen Verdauungsspaziergang wäre schwerlich zu finden gewesen, zumal von hier aus unser nächstes Verkehrsmittel weithin zu sehen war: die auf dem See verkehrende MS Möhnesee, ein Katamaran mit 600 Plätzen.

Das reihum zwischen drei Anlegestellen auf dem Gewässer verkehrende Fahrgastschiff bot uns für die Tour-Fortsetzung zwei Varianten, die ausgedruckt und per Lautsprecherdurchsagen vermittelt waren: Ab der ersten Ausstiegsmöglichkeit „Hefetal“ führt ein schöner Spazierweg entlang des Seeufers in die nächste Tages-Station. Der dann folgende Anleger „Delecke“ ist als Kontrastprogramm Ausgangspunkt zu einer kleinen Sightseeing-Runde mit dem Bus um den See. Jede(r) einzelne hatte die Wahl, sich ohne jede vorherige Festlegung nach Lust, Laune und Befindlichkeit des Augenblicks zu entscheiden für einen, dieser unterschiedlichen Wege zum nächsten Programmpunkt, dem gemeinsamen Kaffeetrinken im Cafe-Restaurant-Hotel Torhaus.

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Murphys Gesetz (Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen) scheint jederzeit und überall seine Anhänger zu haben. So wählten trotz aller anderslautenden und mehr, als deutlichen Ansagen an beiden Fahrttagen einige Gruppenmitglieder für das Anlanden die dritte Möglichkeit, die Sperrmauer, Ausgangspunkt der Schifffahrt. Ein ganz und gar nicht willkommener Prüfstein für unsere Tour-Organisation und Reiseleiter Jutta Sperrmann (Dienstag) sowie Berichterstatter (Mittwoch). Geeignete Vorkehrungen und kurzentschlossenes Handeln meisterten schließlich auch diese Herausforderungen. Höchste Zeit für einen herzlichen Dank an Andreas, den Busfahrer. Nahm er doch jede so erzwungene Fahrplanänderung mit Gelassenheit auf sich und erwies sich im Übrigen als ruhender Pol des Tages.

190903 Soest 710

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Das Torhaus, idyllisch im Arnsberger Wald gelegen, empfing schließlich alle mit seiner gediegenen ländlichen Atmosphäre.

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 Niemand wollte sich ausschließen von der Tradition des hier gereichten monumentalen Stücks vom Apfelkuchen zum Kaffee. Auch an diesen Tischen hier entwickelte sich bald wieder eine rege Kommunikation, bevor die Gelegenheit zum Wandeln im Skulpturengarten viele hinaus zog.

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Eine liebevoll zusammengestellte reichhaltige Sammlung von Plastiken verschiedener Kunstrichtungen erwartete hier die überwiegend sehr beeindruckten Gäste.

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 Gegen sechs Uhr startete dann die einstündige Rückfahrt, nutzbare Zeit, um auf einen besonderen Augenblick des Möhnesees zurückzublicken:

 

190903 Soest 910 Bombardierung

 

 

 Die Bombardierung seiner Sperrmauer, als alliierte Gegenmaßnahme in dem Krieg, dessen Beginn 80 Jahre und ein paar Tage zurücklag. Eine für diese Tage erstellte Bildmappe mit eindrucksvollen Aufnahmen und Erläuterungen wanderte meist still weitergerecht von Reihe zu Reihe. Sie sorgte im Reigen eines erlebnisreichen und harmonischen Ausflugstages für eine kurze Zeit der Besinnlichkeit.

 

 

Lob und Wertschätzung für die ausnahmslos als gelungen erachtete Tour erfuhren die Mitglieder des Beirats dann, als sich die Fahrgemeinschaft des Tages am Ankunftsort langsam auflöste um das Erlebte der Erinnerung zu überlassen.

 

Burckhard Bussmann eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fotos von verschiedenen Reiseteilnehmern,

Viele weitere Fotos vorhanden, Interessierte erhalten unter der o. a. eMail-Adresse einen entsprechenden Link